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Einleitung:
Mit dem Argenhof in Amtzell bei Wangen (Allgäu) hatte ich mich ja schon in den Jahren 2006 bis 2008 ausreichend beschäftigt, wie hier nachzulesen ist.
Die letzten Jahren verlor ich diesen „Gnadenhof“ dann etwas aus den Augen, da mein Hauptanliegen, die Reduzierung des Hundebestandes und die Auflösung der Zwingerunterbringung in der total ungeeigneten Reithalle, anscheinend erfüllt war.
In der letzten Juliwoche 2010 wurde mir dann ein Artikel aus der Schwäbischen Zeitung zugeschickt, der meine Aufmerksamkeit wieder auf das Geschehen um Frau Christiane Rohn und den Argenhof lenkte. Um so mehr, als der Redakteur, ein Herr Christian Klose, entweder sehr schwach recherchiert hat, bzw. (wie schon so viele seiner Kollegen aus der "Regenbogenpresse" in der Vergangenheit) auf geschönte Aussagen hereingefallen ist.
Es ist mir daher ein Bedürfnis, einige Aussagen in dem Zeitungsartikel mit einem Kommentar zu versehen. Selbstverständlich bin ich hier gern bereit, diese auch zu ergänzen, bzw. zu korrigieren.
Anmerkung: Zur besseren Unterscheidung sind die Artikelzitate in gelb dargestellt.
Die „Arche an der Argen“ ist bereit. Wendt hat der Argenhof-Vorsitzenden Christiane Rohn beim Neuanfang tatkräftig geholfen.
Diese Aussagen erscheinen mir dann doch etwas zu zweckoptimistisch gehalten.
1. ist meines Wissens noch nichts bereit (jedenfalls ist nirgendwo etwas zu erkennen, noch nicht einmal auf der Internetseite des Vereins „Lebenswürde für Tiere e.V.“ (Stand: 01.08.10).
2. hat dieser Herr Ulrich Wendt, so wie es zu erkennen ist, bislang lediglich angekündigt helfen zu wollen. Darüber hinaus wohl einen Initiativkreis ins Leben gerufen und einen schönen Slogan „Tier-Mensch-Natur – aus Respekt vor dem Leben Beispiel geben“ erfunden. Ist das tatkräftige Hilfe, um ein Projekt in dieser Größenordnung einen Neuanfang zu geben?
„Hier ist in der Vergangenheit schon Großartiges geleistet worden. Doch wenn alles hervorragend gelaufen wäre, dann hätte es mich nicht gebraucht“, sagte Ulrich Wendt, ehemaliger Oberbürgermeister von Baden-Baden und Landtagsabgeordneter. Heute besitzt Wendt eine Beraterfirma.
Dem ersten Teil dieser Aussage kann ich mich nicht so recht anschließen, wenn ich mir die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen aus dem Jahr 2006 und das Bußgeld gegen Frau Rohn in Erinnerung rufe. (später dazu mehr)
Der zweite Teil der Aussage von Herrn Wendt ist für mich absolut nachvollziehbar (jedenfalls wenn er für ein transparentes Finanzgebaren und eine absolute Trennung „Privateinnahmen“/“Tierschutzeinnahmen“ steht). In der Vergangenheit lief es leider nicht immer so „hervorragend“, wie hier und hier zu erkennen ist.
Zitat Wendt: "Geht es den Tieren gut, dann kann man auch zu den Menschen Vertrauen aufbauen."
Vollkommen richtig Herr Wendt! Doch wie interpretieren Sie diese Bilder?
Und diese beiden? (Durch anklicken vergrößerbar)
Meine Gegenfrage daher an Sie: Kann ein Mensch, der über viele Jahre hinweg Tiere unter solch artfremden Bedingungen weggesperrt hat, Ihr Vertrauen verdienen?
Schnell beschäftigte sich der Baden-Badener auch mit der unschönen Vergangenheit des Gnadenhofes, vor allem mit dem Kapitel, als die Staatsanwaltschaft gegen Inhaberin Christiane Rohn und ihren Lebensgefährten wegen angeblicher Tiermisshandlung ermittelte. „Ich habe dieses Thema aktiv recherchiert, habe alte Zeitungsberichte und Dokumente gelesen. Heute weiß ich, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren völlig zurecht eingestellt hat“, betont Wendt.
Der erste Satz kommt wohl aus der Feder des Redakteurs Klose. Ich kann hier nur mit dem Kopf schütteln und mir die Frage stellen: „was raucht der nur für ein Zeugs?“. Klar, die Vergangenheit war unschön, doch eine „Inhaberin“ (in Form einer Eigentümerin des Argenhofes mit all seinen Tieren) war sie wohl nie. Hier ist wohl eher eine andere Dame als „graue Eminenz in Wangen“ maßgebend. Die Tiere (ca. 300), die damals auf dem Hof lebten, unterstanden zu mind. 95% dem Verein „Lebenswürde für Tiere e.V.“, Frau Rohn war lediglich die 1. Vorsitzende, damit aber doch nicht die Vereinsinhaberin (so jedenfalls mein Rechtsverständnis).
Angebliche Tiermisshandlung? Was war dabei „angeblich“, wenn ich mir das Bußgeld der Staatsanwaltschaft vor Augen führe. Man sprach damals von einem Betrag in Höhe von mehreren Tausend Euro (in Tierschutzangelegenheiten nun wirklich kein Pappenstil).
Herrn Wendt mit seiner Aussage, dass das Verfahren zurecht eingestellt wurde, empfehle ich die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ravensburg aus dem Mai 2006.
Sie Herr Wendt, als ehemaliger OB und ehemals verantwortlicher Manager bei der EnBW sollten doch in der Lage sein, bei solch „trockenen“ Behördenmitteilungen auch zwischen den Zeilen lesen zu können. Ich helfe gern.
1. hat die Staatsanwaltschaft erst nach Zahlung einer Geldauflage das Verfahren eingestellt. Ist das ein „Freispruch 1. Klasse“?
2. konnte die Staatsanwaltschaft die Bewertung des Veterinäramtes „vorbildliches Projekt“ und „tadellose Einrichtung“ nicht bestätigen. Warum wohl nicht?
3. wurde festgestellt, dass die Unterbringung der Hunde in der ehemaligen Reithalle gegen die Tierschutzverordnung und sogar gegen das Tierschutzgesetz verstieß.
4. wurde festgestellt, dass über viele Jahre hinweg keine Betriebserlaubnis vorlag. (welche Behörden habe da weggeschaut?)
5. wurde darüber hinaus (leider, möchte ich hinzufügen) konstatiert, dass eine Vielzahl von festgestellten Verstößen rechtlich nicht mehr verfolgt werden konnten, da sie verjährt waren. (sie sind doch deshalb aber nicht ungeschehen, oder?)
6. die „undurchsichtige“ Buchführung wurde der „kaufmännischen Überforderung“ der Frau Rohn zulast gelegt. Damit ist sie vermutlich mit einem „blauen Auge“ davongekommen.
Und das bezeichnen Sie als "ein Verfahren zurecht eingestellt"?
Amtzells Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Paul Locherer bot sofort seine Unterstützung an.
Diese Aussage kommt für mich nun wirklich überraschend, hat doch der selbe Herr Locherer noch in einem Gespräch mit zwei Damen am 20.11.2006 verkündet, dass er sich ausdrücklich von Frau Rohn und dem „Gnadenhof“ distanziere. Haben denn wirklich so viele Politiker ein kurzes Gedächtnis, oder sollten sich inzwischen so gravierende Neuerungen ergeben haben, die sein Umdenken ermöglichen?
 
An Pfingsten hatte Christiane Rohn 1.000 Briefe an potentielle Spender in ganz Deutschland verschickt.
Nun, darin hat sie Übung. Schon in den vergangenen Jahren wurden immer wieder solche und ähnliche Werbeflyer gedruckt und versandt, bzw. Werbeagenturen eingeschaltet.
Leider hat mich keiner dieser 1.000 Briefe erreicht, so dass ich zum Inhalt nichts ausführen kann. Es bleibt nur zu hoffen, dass Herr Wendt als Inhaber einer Beraterfirma hier richtig beraten hat.
Verwunderlich nur, dass von dieser Aktion nichts auf der Argenhof-Internetseite zu lesen ist. Musste der Empfängerkreis so exklusiv bleiben? Interessant wäre auch zu wissen, wer der Absender dieses Briefes war.
- Frau Rohn privat?
- der wohl noch aktuelle Verein „Lebenswürde für Tiere e.V.“?
- der Initiativkreis „Arche an der Argen“? (wer auch immer sich dahinter verbirgt)
 
„Wir sind erst vor Wochen wieder vom Veterinäramt kontrolliert worden. Es gab bei keinem Tier Beanstandungen, das war schon immer so, obwohl wir schon 17 Mal kontrolliert wurden“ sagt Argenhof-Betreiberin Christiane Rohn.
Tja, Realitätsbewusstsein war noch nie ihr Ding, wie z.B. hier nachzulesen ist.
Doch die Aussage „das war schon immer so“, spottet der Feststellung der Staatsanwaltschaft „Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“ in meinen Augen Hohn. Zumindest zeigt sie mir auf, dass Christiane Rohn auch in den letzten Jahren nichts dazugelernt hat. Ehe nun solch hochfliegenden Zielen wie eine Stiftung angegangen wird, sollten zunächst Transparenz und Ehrlichkeit naheliegender sein.
 
Man darf gespannt sein, wie sich das Projekt „Arche an der Argen“ entwickelt.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

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