| Neubeginn für den Argenhof |
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Anmerkung: Die Textzitate aus dem Video sind in gelb dargestellt. |
(Sprecher) Der Argenhof, eine Auffangstation für vernachlässigte und misshandelte Tiere. |
Ein Satz, der schon jahrelang so durch die Medien geht. Er soll augenscheinlich den Anschein erwecken, als handele es sich dort um eine reine „Samariterstation“, was sich natürlich bei Spendenwerbungen gut macht. Wie in richtigen Tierheimen auch landen jedoch auch auf dem Argenhof natürlich Tiere, die ihren ehemaligen Haltern schlichtweg überdrüssig wurden (wie unlängst der Kangal, der im Juni aufgenommen wurde). Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit auch immer wieder Tiere angekauft (z.B. Pferde, Wolfshunde), wohl um eine interessante Palette bieten zu können. |
(Sprecher) Die Staatsanwaltschaft ermittelte zwar, stellte das Verfahren aber ein. |
Auch ein Satz, der so wohl gerne von Frau Rohn diversen Medienvertretern untergeschoben wird. Vergessen dabei, dass nicht einfach wegen erwiesener Unschuld eingestellt wurde, sondern gegen ein Bußgeld, welches sich auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gründete. |
(Frau Rohn) Das hat dem Gnadenhof sehr sehr viel Probleme bereitet. |
Sie bezieht sich damit wohl auf eventuelle negative Folgen infolge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlung und vergisst (oder verdrängt), dass die finanziellen Probleme schon weit früher begannen und die Ursache in einer nie vernünftig fundierten finanziellen Basis für ein Objekt in dieser Größenordnung hatten. Schon im Juni 2005 berichtete ein Vereinstreuhänder von einer Unterdeckung im Geschäftsjahr 2004 in Höhe von 170.000 Euro. |
(Frau Rohn) Wenn es Kritiker gibt, freue ich mich ganz arg, wenn man konstruktiv mithilft. |
Ja, was nun? Das sind ganz neue Worte. Aber auch glaubhaft? Auch im Jahr 2005 wagte ein Vorstandsmitglied des Vereins „Gnadenhof Lebenswürde für Tiere e.V.“ (eben der Verein, der die Trägerschaft auf dem Argenhof innehat) die unzureichende Trennung zwischen Vereinsangelegenheiten und gewerblichen Tätigkeiten der Vorsitzenden (Frau Rohn) zu bemängeln. Ebenso die Unterbringung der Hunde in den engen Zwingern. Die Folge: Es gab „Zoff“ mit der 1. Vorsitzenden und das kritische Vorstandsmitglied kündigte. Ähnlich erging es so manchen Tierpfleger/mancher Tierpflegerin. Kritik (auch konstruktive) war nicht erwünscht. |
(Frau Rohn) Aber jetzt aus aller Weite Menschen, die noch nie hier waren, die ganze Arbeit zu verteufeln, schadet nur den Tieren. |
Ein Satz, den man so nicht stehen lassen kann. Meines Wissens verteufelte in der Vergangenheit (und auch heute nicht) die Arbeit, die die Tierpfleger/-innen auf dem Hof leisten. Im Gegenteil! Die Hauptkritikpunkte, die ich in den vergangenen Jahren mitbekommen habe, richteten sich: |
a) gegen das undurchsichtige Vereinsgeschehen (z.B. Abschottung gegenüber neuen Mitgliedern) |
b) gegen die untransparente Spendenverwendung |
c) gegen die tierschutzwidrige Unterbringung von Vereinstieren und deren Vernachlässigung. |
(Sprecher) Doch nun kann der Argenhof aufatmen. Die Tiere haben mit Ulrich Wendt einen prominenten Unterstützer gefunden. |
Hier frage ich mich, woher der Sprecher diese Sicherheit nimmt. Über den Begriff „prominent“ kann man ja trefflich streiten. Mir war der Herr Wendt bislang nicht bekannt und seine Vergangenheit als Oberbürgermeister von Baden-Baden hat er sicherlich auch nicht so immer in bester Erinnerung. Zudem ist ein „verbaler Unterstützer“ nicht gleichbedeutend mit einem finanziellen Zufluss. |
(Sprecher) Ziel soll sein, die Öffentlichkeit auf den Argenhof aufmerksam zu machen und so den Hof finanziell zu stabilisieren und dadurch auch die Tiere. |
Gut, dieses Ziel ist natürlich lobenswert. Öffentlichkeitsarbeit für ein Tierheim, oder eine „tierheimähnliche Einrichtung“ ist immer von Nöten. Doch was ist der Argenhof, bzw. neuerdings „die Arche an der Argen“ eigentlich? Ein Tierheim, oder ein Privatvergnügen von Frau Rohn? Liegt mittlerweile eine Betriebsgenehmigung und eine Anerkennung als „tierheimähnliche Einrichtung“ vor? (bis 2007 war das meines Wissens nicht der Fall) Dies sollte Frau Rohn (oder Herr Wendt) einmal öffentlich klarstellen, ehe durch weitere diffuse Öffentlichkeitsarbeit auf den Argenhof aufmerksam gemacht wird. |
Und wem bringt es wirklich etwas, wenn der Argenhof finanziell stabilisiert wird? |
Um es ganz klarzustellen: Der Argenhof mit seinen Gebäuden und dem Gelände gehört der Rohn/Speidel GbR. Der Verein „Lebenswürde für Tiere e.V.“, dem die Nottiere gehören, bzw. überschrieben wurden, ist lediglich Mieter auf dem Gelände. |
(Frau Rohn) Unsere Arbeit ist ganz individuell auf jedes Tier eingerichtet. Die Selbstbewusstseinsstärkung ist was ganz ganz wichtiges. |
Ein schöner Vorsatz und eine schöne Aussage. Bravo Frau Rohn! |
Doch handelten/handeln Sie auch immer so? Wenn ich mich an so manchen Hund erinnere der den Argenhof verlassen durfte und dem erst hinterher von den neuen Haltern sein Selbstbewusstsein wiedergegeben wurde, habe ich meine Zweifel. Was ist mit Sugar, über die Sie am 24 Juli 2005 sagten: |
„Sugar soll nicht im Zwinger gehalten werden, sondern frei herumlaufen. Ich werde sie im Haus halten. Ich will sie durch das Leben richtig anleiten, ihr Sicherheit und Geborgenheit geben. Ich werde sie therapieren. Sugar wird dann einem weiteren Wesenstest unterzogen.“ |
Hat Sugar inzwischen den Wesenstest? Lebt sie im Haus, oder in einem Zwinger? Was ist mit Baghira, der sich aus Frust in Ihren Zwingern die Zähne ausgebissen hat? Oder Tshai und Dieter, die mit unterentwickelter Muskulatur und Zahnschäden den Argenhof verlassen haben? Auch Samson war so eine Geschichte für sich, wie man hier nachlesen kann. |
(Sprecher) Clemens Caminadi ist Praktikant auf dem Hof und will Hundetrainer werden. |
??? Wie kommt der Sprecher zu dieser Aussage? Der gute Mann ist Hundetrainer! Seit dem 08.01.2010 hat er eine eigene Internetseite als Hundetrainer mit reichhaltigen Referenzen. Ein Praktikum bei Frau Rohn hat er vermutlich nicht nötig. |
Aus meiner Sicht ist zu dem Video der Schwäbischen Zeitung zu sagen: |
Soll es tatsächlich der positiven Öffentlichkeitsarbeit dienen (so wie es der Berater Wendt als dringlich ansieht), so ist es auf dem ersten oberflächlichen Blich sicher dazu geeignet. Genauso wie Beiträge in der „Freizeit Revue“, „Bella“ und sonstigen Erzeugnissen der „Regenbogenpresse“. Der zuständigen Redakteurin der Schwäbischen Zeitung, Frau Julia Holzwart, möchte ich jedoch etwas genauere Hintergrundinformation empfehlen. |
Und dem Trägerverein (und damit den Tieren) hilft auf Dauer nur eine Spendenbereitschaft, die auf Vertrauen beruht. Vertrauen ist jedoch wirklich nur mit Transparenz und Ehrlichkeit zu erwerben. Wird die irgendwann kommen? |
Christiane Rohn, Argenhof, Amtzell, Gnadenhof, Lebenswürde für Tiere, Sugar